Bild eines Rahmens zur Verdeutlichung des Blogthemas von Psychotherapeutin in Bonn Anna Kötting

Neuer Rahmen – neuer Blick!

Sie kennen das, nicht wahr? Der Streit mit der Mutter ist gerade geklärt, Terminchaos im Büro-Kalender und Wasserschaden im Badezimmer beseitigt, Magen-Darm bei den Kindern seit gestern vorbei und für einen kurzen Augenblick scheint es, als ob alle Probleme gelöst seien. Für einen Moment ist Ruhe …

Und dann? Die nächste Baustelle kündigt sich an. Sie denken ernüchtert: Wann bitte schön, wann läuft‘s endlich mal reibungslos?

Die Antwort kommt von Steve de Shazer, Begründer der lösungsorientierten Beratung:

Nie. Denn: Probleme sind etwas ganz Normales und gehören zum Leben dazu.

„Das Leben ist eigentlich ein verdammtes Ding nach dem Nächsten. Erträglich wird es dadurch, dass es immer Lösungen gibt.“

Betrachten wir es so: Leben an sich bedeutet Veränderung. Probleme entstehen u.a. dann, wenn diese Veränderungen ins Stocken geraten, sich nicht entwickeln dürfen. Probleme kennzeichnen Übergänge, wenn man lernen möchte/muss, mit Situationen bzw. Herausforderungen anders umzugehen. Sie sind Vorboten von etwas Neuem.

Und Sie? Sie sind „Lösungsexpertin“. Sie überwinden tagtäglich Schwierigkeiten und Probleme mit kreativen Lösungen. Dabei helfen Ihnen Ihre Empathie, Ihr Organisationsgeschick, Ihre Diplomatie, Ihr Optimismus, Ihre Berufserfahrung, Ihre Beziehungen zu fähigen Handwerkern etc. also vielfältige Ressourcen.

Manchmal ist es aber auch anders. Dann kommen wir nicht weiter. Wir stecken fest in unserem Problemsumpf. Unser ganzes Denken kreist ausschließlich um diese eine verdammt Sache. Wir fühlen uns nur noch deprimiert und irgendwie ist eh alles nur noch anstrengend und sinnlos und dies wird sich auch nie ändern…

Hier hilft lösungsorientierte Beratung mit kreativen Fragen. Zum Beispiel mit „Refraiming.

Beim Refraiming verändern wir unsere Wahrnehmung vom Problem. Wir betrachten es aus einem anderen Blickwinkel. Und dadurch verändert sich unser Erleben und Verhalten. Dies zieht neue Erfahrungen an.

Ein einfaches Beispiel: Ich kann mich weiterhin über die herrschende Unordnung in den Kinderzimmern aufregen und immer wieder aufs Neue mit ihnen darüber diskutieren … Ich kann aber auch die Gelassenheit meiner Kinder wertschätzen, wie sie unbeeindruckt vom größten Chaos um sie herum in der Mitte sitzen und spielen oder lesen …. Zugegeben: Letzteres gelingt mir nicht immer. Aber wenn doch, dann fühle und verhalte ich mich entspannter. Und erfahre schöne gemeinsame Stunden mit meinen Töchtern.

Häufig entstehen unsere Probleme durch völlig überzogene Erwartungen an uns selbst. Wir meinen, wir müssten erfolgreich im Beruf sein, unsere Wohnung und Garten tip top in Ordnung halten, der Familie mindestens eine ausgewogene warme Mahlzeit zaubern, nebenbei unseren Kinder Mathe beibringen und dabei Sport machen und möglichst immer gut und entspannt aussehen …. Wie soll das gehen? Kein Wunder, dass wir uns deprimiert fühlen. Hinterfragen wir unsere unrealistischen Erwartungen an uns selbst und betrachten sie neu, dann sind wir schnell zufriedener, mit dem was gerade ist.

Und manchmal hilft, eine problematische Situation nicht länger zu bekämpfen, sondern sich zu fragen: Wofür könnte das Problem gut sein? Was ermöglicht das Problem? Denn alles Verhalten und jegliche Lebenslage haben einen Sinn und sei es auch nur, dass dadurch die Notwendigkeit einer Veränderung angezeigt wird.

Herzlichst,

Ihre Anna Kötting

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