Das Bild zeigt eine Frau, die ihrem Hund gegenübersitzt. Die beiden schauen sich in die Augen. Es soll zeigen, wie wir uns im anderen wiedererkennen.

Ich erkenne mich in Dir

Mal ehrlich! Wie oft erwischen wir uns dabei, wie wir unsere Umwelt verurteilen? Wie wir Eigenschaften an anderen Menschen kritisieren und uns gleichzeitig vormachen, dies hätte nichts mit uns zu tun.

Denke ich z. B.: „Meine Nachbarin verhält sich rücksichtslos ihrem Mann gegenüber, meine Mutter ist nicht klar und ehrlich zu ihren Freundinnen oder mein Partner handelt im Streit viel zu impulsiv …“, dann sagen diese Gedanken viel mehr über mich selbst aus, als über den anderen.

Warum? Weil ich Eigenschaften, die zu mir gehören, die ich aber ablehne, auf andere projiziere. Und damit vermeide, mich mit mir selbst und all meinen Emotionen, Wünschen, Impulsen, unbewussten Gedanken etc. auseinanderzusetzen. Ich verbanne sie aus meinem Bewusstsein.

Möglicherweise ist meine Nachbarin tatsächlich rücksichtslos, meine Mutter nicht immer authentisch, mein Partner sehr impulsiv und so weiter …

Aber viel wichtiger: Wo bin ich rücksichtslos, nicht klar und ehrlich oder impulsiv?

Jedes Mal, wenn wir über andere Menschen sprechen, sagen wir etwas über uns.

Wir erkennen uns in unserem Gegenüber. Und wir können in dem anderen nur das sehen, was  in uns vorhanden ist.

In der Gestalttherapie werden wir uns unserer Projektionen bewusst, erfahren wir uns selbst und all unseren Facetten, die zu unserem Leben ohnehin dazugehören. Wir hören auf, etwas beim anderen zu bekämpfen, was in uns selbst liegt. Und werden dadurch Stück für Stück echter und „ganzer“.

Herzlichst,

Ihre Anna Kötting

PS: Die Gestalttherapie ist ein sehr wirkungsvolles Therapieverfahren. Lesen Sie hier auch: Licht am Ende des Tunnels und Gestalttherapie: Habe ich das Problem wirklich? und Wie wir uns immer wieder selbst anstrengen.

 

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