4 Ideen, die Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen

Letzte Woche waren wir bei „Hans im Glück“ Burger essen. Ich bestellte Salat und musste mich entscheiden: Welche Salatsorte, mit oder ohne Tomate, welches Dressing, mit oder ohne Körner, mit oder ohne Brotstreifen, mit weiteren Gemüsesorten oder nicht und danach: als Bowl oder als ganz normalen Salat …

Kurzum: In unserem Leben der tausend Möglichkeiten sind wir täglich vor unzählige Entscheidungen gestellt. Viele von ihnen treffen wir, ohne lange nachzudenken. Bei anderen tun wir uns schon schwerer und dann gibt’s die Entscheidungen, über die wir nachdenken und nachdenken und nachdenken ….

Wie treffen Sie Entscheidungen? Zügig und pragmatisch? In dem Bewusstsein, dass der getroffene Entschluss auch „falsch“ sein könnte? Oder überlegen Sie lange, beleuchten Ihren Schritt und seine Konsequenzen von allen Seiten, aus Sorge, eine falsche Wahl zu treffen?

Stehen Sie gerade vor einer für Sie wichtigen Entscheidung? Dann probieren Sie Folgendes aus:

  1. Schreiben Sie alle Aspekte Ihrer Entscheidung auf

Ja, ich weiss, das ist jetzt nix Neues 😊 Aber wie oft wälzen wir unsere Entscheidungen im Kopf hin und her, holen uns Rat bei anderen ein und werden nur noch verwirrter und unsicherer.

Nehmen Sie sich die Zeit und listen Sie die Vor- und Nachteile Ihrer Entscheidungen schriftlich auf. Sie können die einzelnen Aspekte auch auf einer Skala bewerten (z. B. 1: weniger wichtig – 3: sehr wichtig) und die Punkte dann addieren.

Vor allem: Beantworten Sie für jede Entschlussmöglichkeit folgende beiden Fragen:

Was wäre das worst-case-scenario, wenn diese Entscheidung falsch wäre? Was würde im schlimmsten Fall passieren? Und welche Lösungsmöglichkeiten gäbe es dann, um damit umzugehen? Was genau würden Sie dann tun?

Und fragen Sie sich umgekehrt jeweils für die zur Auswahl stehenden Möglichkeiten: Was könnte im besten Fall passieren? Wie genau würde sich Ihr Leben zum Besseren entwickeln, wenn die Entscheidung richtig war?

Möglicherweise gewinnen Sie durch die letzten beiden Fragen mehr Klarheit.

  1. Hören Sie auf Ihren Körper

Diese Idee stammt aus der Lösungsorientierten Beratung: Nehmen Sie sich 2 (oder falls mehr Entscheidungen zur Auswahl stehen mehrere) Blätter Papier.

Zeichnen Sie zügig mit Ihrer nicht-dominanten Hand (wenn Sie Rechtshänder sind, dann Ihre linke Hand und umgekehrt) jeweils ein Symbol/ein Wort/Zeichen/Buchstabe/Bild etc., das die jeweilige Entscheidungsmöglichkeit repräsentiert auf das eine Blatt Papier und dann die andere Entscheidungsmöglichkeit auf das andere Blatt Papier.

Anschließend legen Sie die Blätter in etwas Abstand vor sich auf den Boden. Stellen Sie sich nun nacheinander auf Ihre Entscheidungsblätter und spüren jeweils in Ruhe in Ihren Körper hinein.

Können Sie etwas wahrnehmen? Ein Kribbeln, eine Wärme? Das Gefühl, als ob sich etwas in Ihrem Körper ausdehnt? Oder spüren Sie eine Enge, ein Zusammenziehen im Körper? Nehmen Sie sich Zeit, richtig reinzufühlen. Je häufiger Sie in Ihren Körper hineinspüren, desto sicherer werden Sie seine Signale verstehen. Unser Körper verfügt über eine Intelligenz, der wir immer mehr vertrauen dürfen.

  1. Treffen Sie wichtige Entscheidungen nicht unter Stress

Stehen wir unter Stress, wird unser Gefühlshirn in Alarmbereitschaft versetzt. Unser Großhirn, mit dem wir denken, ist abgeschaltet und das Gefühlshirn aktiviert. Wir können in den Momenten von Stress und Angst keine klaren Entscheidungen treffen, da der Teil unseres Gehirns, der uns dabei helfen würde, gar nicht erreicht werden kann. Entscheiden Sie daher, wenn möglich, in Momenten, in denen Sie entspannt sind.

  1. Betrachten Sie Ihre vergangenen „falschen“ Entscheidungen anders:

Was, wenn wir zurückblicken und unsere „falschen“ Entscheidungen einmal anders betrachten? Wenn wir sie als wichtige und interessante Erfahrung in unserem Leben sehen? Eine Erfahrung, die wir machen mussten, da sie mit zu unserem Weg gehört.

Vieles von dem, was wir früher gemacht haben, würden wir heute nicht mehr tun. Vielleicht, weil wir daraus gelernt haben? Oder einfach, weil unser Leben heute ein anderes ist. Weil wir uns durch unsere Erfahrungen verändert haben und wir nicht mehr die Menschen von damals sind.

Wir können nicht in die Zukunft blicken. Wir können nur JETZT entscheiden, was in diesem Moment stimmig für uns erscheint. Und alles weitere dem Leben überlassen. Ihm vertrauen. Im Zweifel entscheiden wir beim nächsten Mal anders.

Denn: Wir erhalten immer wieder die Möglichkeit, neue Entscheidungen zu treffen. Wir können lernen, Risiken einzugehen. Unser Leben ist fließend. Lebensmodelle sind nicht in Stein gemeißelt, sondern verändern sich. Immer wieder neu.

Herzlichst,

Ihre Anna Kötting