6 Tipps wie Sie Veränderungen in Ihrem Leben meistern

6 Tipps, wie Sie Veränderungen im Leben bewältigen

Ich glaube daran, dass Lebensphasen, in denen wir tiefgreifende Veränderungen durchmachen, die häufig als Lebenskrisen bezeichnet werden, Neuanfänge und Chancen seien können, auf ein neues Leben, das uns mehr entspricht.

Veränderungen gehören zu unserem Leben. Wir verändern uns jeden Tag. Wir durchlaufen alle Lebensübergänge, wir werden älter, gehen aus der Jugend ins Erwachsenenalter, in den Beruf, später in den Ruhestand …

Allmähliche Veränderungen

Wenn wir Kinder haben, dann kann das Heranwachsen oder der spätere Auszug unserer Kinder oder auch der Tod der eigenen Eltern tiefe Einschnitte für uns bedeuten, um nur einige Beispiele für Lebensübergänge zu nennen. Viele dieser Entwicklungen geschehen stetig und allmählich. Wir nehmen sie häufig gar nicht richtig wahr und verstehen nicht, warum diese Entwicklungen dazu führen können, dass wir uns unwohl, deprimiert oder verunsichert fühlen

Plötzliche Veränderungen

Andere Veränderungen treten plötzlich auf: Trennungen, der Verlust uns nahestehender Menschen, plötzliche Krankheiten, der Verlust des Arbeitsplatzes …… sie stellen die meisten von uns vor enorme psychische Herausforderungen und können schwere Zukunftsängste und große Verzweiflung hervorrufen.

In diesen Momenten der Veränderung wehren wir uns innerlich. Wir wollen sie nicht wahrhaben. Stattdessen klammern wir uns an unser bewährtes Verhalten und Denken, in der Hoffnung, das Alte bewahren zu können.

Wir akzeptieren nicht, dass sich unser Umfeld so tiefgreifend verändert, dass wir uns vermutlich mit verändern müssen, um mit der Situation klarzukommen. Uns fehlt häufig der Mut und der Glaube daran, dass wir unser Leben wieder neugestalten können. Wir verlieren das Gefühl für unsere eigene Selbstwirksamkeit und haben wenig Hoffnung und Zuversicht auf eine gute Zukunft

Hinzu kommt, dass während dieser Veränderungsprozesse auch noch innere und zwischenmenschliche Konflikte aktiviert werden, die eh schon zu unserem Leben gehören. Alte Schwierigkeiten, Lebensthemen und Ängste tauchen wieder auf oder längst überwundene körperliche Beschwerden kehren zurück.

Chancen in Übergangsphasen

Aber gerade in diesen Phasen, in denen wir uns orientierungs- und perspektivlos fühlen und nicht wissen, wie es weiter gehen soll, liegt die Chance, unserem Leben eine neue Richtung oder einen Neuanfang zu geben.

Wir haben dann einen Punkt erreicht, an dem wir erkennen (müssen), dass unsere bewährten Verhaltens- und Denkmuster nicht mehr funktionieren und wir uns öffnen für neue Bewältigungsstrategien.

Gelingt es uns, die Veränderungen nach und nach zu akzeptieren, ohne uns dagegen aufzulehnen, dann öffnet sich ein Raum in uns, der kreative Bewältigungsmöglichkeiten zulässt.

Dann entsteht das „Schöpferische in der Krise“. Oft sind wir dann bereit, alte Probleme nochmals zu bearbeiten, uns mit unserer Lebensgeschichte auseinander zu setzen und dann ganz neue Entscheidungen zu treffen. Dies sind die Chancen, die in Übergangsphasen und Krisen liegen.

Lesen Sie hier ein paar Impulse, die Ihnen helfen, Veränderungsprozesse besser zu bewältigen.

  1. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen und bleiben Sie im Jetzt

Jede Veränderung benötigt Zeit und Geduld. Es geht hier nicht um schnelle Lösungen, Verdrängung oder Abwehr des Erlebten, nur um möglichst schnell wieder zu funktionieren. Die Akzeptanz dessen, was gerade ist, braucht Zeit.

Mir hilft, mich immer wieder im Hier und Jetzt zu verankern und nicht zu weit in die Zukunft zu planen. Schritt für Schritt durch die Zeit des Umbruchs zu gehen und nur auf die Gegebenheiten zu blicken, die gerade im Moment anstehen.

  1. Sorgen Sie gut für sich

Sorgen Sie in diesen Zeiten gut für sich und schaffen Sie Rahmenbedingungen, die Ihnen guttun und Sie unterstützen. Nutzen Sie die Bereiche in Ihrem Leben, die sich nicht verändern als Anker, sich zu entspannen, Kraft zu tanken und sich zu erholen. Suchen Sie den Kontakt zu Ihnen nahestehenden Menschen, die Sie in dieser Zeit unterstützen.

Es mag banal klingen, aber ausreichend Schlaf, eine gute Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, Phasen der Entspannung helfen, Kraft zu tanken für all die Arbeit, die in Ihrem Inneren  gerade stattfindet.

  1. Fühlen Sie Ihre Gefühle

Wir verarbeiten Veränderungsprozesse meist in Phasen bzw. Entwicklungsstufen, in denen zahlreiche Gefühle wie Angst, Trauer, Wut, Ohnmacht, Hilflosigkeit etc. in uns ausgelöst werden

Es hilft nicht, diese vermeintlich „negativen“ Gefühle zu verdrängen. Sie sind ja da. Sie stecken buchstäblich in unserem Körper fest. Geben wir diesen Gefühlen der Wut, Trauer, Angst den Raum, sich zu zeigen, sie zu fühlen, dann verblassen sie. Sie verändern sich, verschwinden teilweise sogar ganz. In jedem Fall verlieren sie ihren Schrecken. Und wir setzen wieder Energie frei, denn die Unterdrückung von Gefühlen bindet Unmengen an Energie.

Nehmen Sie sich in Ihrem Alltag Zeit für alle aufkommenden Emotionen und fühlen diese bewusst. Schreiben Sie Ihre traurigen Gedanken und Gefühle auf. Durch das Niederschreiben der Gedanken entsteht Klarheit und Distanz. Belastende Gedanken schwirren nicht weiter in Ihrem Kopf herum, sondern befinden sich auf dem Papier und lassen sich so viel besser bewältigen.

  1. Versuchen Sie, die Veränderung nach und nach anzunehmen

Ich weiss, dieser Schritt scheint häufig sehr schwer, manchmal sogar unmöglich. Sind wir in einer Lebenskrise, dann wehren wir uns mit aller Macht dagegen. Wir wollen sie nicht wahrhaben. Doch es ist unser gedankliches Festhalten an dem Alten, unser Festhalten an unserem Bild darüber, wie die Welt aus unserer Sicht sein sollte, was den eigentlichen Schmerz verursacht.

Byron Katie, eine amerikanische Spirituelle und Autorin sagt in ihrem Buch „Lieben, was ist“: Wir leiden nicht an der Realität, sondern wir leiden daran, wie wir über die Realität denken. Wenn es uns gelingt zu akzeptieren, was ist, stellen wir uns der Wirklichkeit. Dann geben wir ihr Raum und einen Platz in unserem Leben. Sprechen wir die Realität aus (oder schreiben wir sie auf) dann sehen wir: So ist es gerade. Egal wie leicht oder wie schwer. Und dann öffnen wir uns für Möglichkeiten, mit dieser Realität neu und friedlicher umzugehen.

  1. Entscheiden Sie sich immer mehr fürs Vertrauen anstelle der Angst

Häufig fühlen wir uns von unkalkulierbaren Veränderungen in unserer Umgebung bedroht und suchen daher nach Sicherheiten im Aussen. Wir haben Angst vor dem Ungewissen, Angst davor, keine Kontrolle über unsere Zukunft zu haben.

Wir haben – was unsere äußeren Umstände angeht – nur sehr begrenzt Kontrolle. Was wir aber beeinflussen können, ist die Art und Weise, wie wir über das denken, was um uns herum passiert und wie wir uns verhalten.

Wir haben immer wieder die Wahl, ob wir ängstlich und gestresst auf unsere Lebensumstände reagieren oder wir uns für eine vertrauensvolle Haltung entscheiden.

Ich habe in meinem Leben häufig genug erlebt, dass eine Entscheidung fürs Vertrauen die bessere Wahl war. Dann entwickelten sich die Dinge gut.

Wenn es geht, sagen Sie sich folgenden Satz (oder etwas ähnliches), wann immer Sie in einer belastenden Situation feststecken: „Diese Situation entwickelt sich zum Guten (oder zu meinem Besten.)“

  1. Vertrauen Sie auf Ihre Kraft

Glauben Sie mir eins: In Ihnen stecken so viele unterschiedliche Kräfte und Ressourcen, die Sie in Ihrem Leben entwickelt haben.

Nehmen Sie sich doch mal einen Augenblick Zeit und überlegen, welche schwierigen Situationen Sie in Ihrem Leben schon alle gemeistert haben und wie Ihnen das gelungen ist. Sie sind – so sagen wir in der Lösungsorientierten Beratung – von hilfreichen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen Beziehungen usw. umzingelt.

Tagtäglich meistern Sie Herausforderungen mit kreativen Lösungen. Greifen Sie auf diese Eigenschaften, auf die Beziehungen und Erfahrungen zurück, die Ihnen bisher geholfen haben, um Ihre aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.

Herzlichst,

Ihre Anna Kötting

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