Katze auf dem Zaun

Wie wir an unseren Grenzen wachsen

Das kommt Ihnen bekannt vor? Es sind nur noch wenige Wochen bis zu Ihrem langersehnten Urlaub und Sie arbeiten auf Hochtouren, erledigen eine To Do-Liste nach der Nächsten, bringen Ihre Wohnung und den Garten auf Vordermann …. und dann?

Dann schaffen Sie es völlig erschöpft in den Urlaub. Spätestens am 2. Tag liegen Sie krank im Bett. Dort verbringen Sie auch noch die erste Hälfte Ihres Urlaubs  …

„Jede Überforderung führt am Ende zu einer Phase, in der man sich unterfordert, weil man sich kurieren und erst wieder Kräfte aufbauen muss“ schreibt Rolf Sellin in seinem Buch „Bis hierher und nicht weiter“. Wir kennen es alle: Gehen wir über einen längeren Zeitraum über unsere Grenzen, dann holt uns unser Körper ein. Er fordert seine Pause.

Unsere Grenzen in Bezug auf unsere Belastungsfähigkeit und Kraft sind unterschiedlich. Fühlen wir uns energiegeladen, können sich die Grenzen ausdehnen. Fühlen wir uns angeschlagen oder kraftlos, rücken die Grenzen näher.

Grenzen sind Spiegel unserer Energie und unsere Kompetenzen und markieren den Rand unseres jeweiligen Bereichs (oder laut Sellin: Reviers). Sind wir unterfordert, wird uns langweilig, wir werden träge und müde. Sind wir zu lange überfordert und halten uns außerhalb unseres Reviers auf, … Sie wissen, wie es dann weitergeht …

Es geht uns am besten, wenn wir gefordert, aber nicht überfordert sind

Und genau dieser Bereich liegt innerhalb unseres Reviers direkt vor unserer Grenze. Hier erleben wir uns kraftvoll, hier fühlen wir uns wohl.

In diesem Bereich passiert Folgendes: Da wir uns wohl fühlen, gehen wir einige Schritte über unsere Grenze hinaus und erweitern unser Revier. Wir wachsen quasi über uns hinaus!  Wir fühlen uns glücklich, stärker und mutiger, uns noch mehr zuzutrauen. Oft vergessen wir dabei die Welt um uns herum. Das Einhalten unserer Grenzen führt nicht zu mehr Beschränkung,  ganz im Gegenteil, es hilft uns, unsere Begrenztheit zu überwinden und uns zu entwickeln! An unseren Grenzen können wir wachsen.

Ob wir uns in diesem kraftvollen Bereich kurz vor unserer Grenze befinden, erfahren wir  nur über unseren KörperVerstand oder Herz helfen uns hier nicht weiter. Wenn wir unseren Körper wieder wahrnehmen, spüren wir, wie weit wir wachsen können, ohne uns zu überfordern.  Und wenn wir unserem Körpergefühl vertrauen und uns entsprechend begrenzen, können wir sicherlich unseren nächsten Urlaub direkt von Anfang an genießen.

Herzliche Grüße

Anna Kötting

 

Mehr zum Thema gelungene Abgrenzung? Lesen Sie auch Grenzen setzen: Wenn Herz und Verstand uns einen Streich spielen

 

 

Scroll to Top