„Ich bin schuld, wenn sich andere meinetwegen schlecht fühlen“

„Ich bin schuld, wenn sich andere meinetwegen schlecht fühlen“.

Kennen Sie diesen Gedanken? Fühlen Sie sich auch für die Emotionen anderer Menschen in Ihrem Umfeld verantwortlich? Und ertappen Sie sich dabei, wie Sie sich häufig doch anders verhalten und ausdrücken, als Sie es möchten, damit es den Menschen um Sie herum mit Ihnen besser geht?

Dann darf ich uns Beide jetzt an etwas erinnern: Wir sind nicht für die Emotionen anderer Menschen verantwortlich.

Jaaaa, Sie haben richtig gelesen! Aber bevor Sie mir Einspruch erheben🙂, füge hier noch etwas hinzu und erkläre es ein wenig genauer.

Im Kontakt und Austausch mit unseren Mitmenschen tragen wir Verantwortung dafür, wie klar, wie liebevoll, wie sensibel (…) und wie mitfühlend wir unsere Gedanken, Ansichten, Gefühle und Bedürfnisse etc. ihnen gegenüber ausdrücken.

Aber: Wir können nicht kontrollieren, wie unsere Menschen auf uns und unsere Wahrheit reagieren.

Vor Jahren erhielt ich ein sehr hilfreiches Bild dazu:

Stellen Sie sich vor, Sie übermitteln jemandem, z. B. Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Ihre Meinung wie ein Postbote. Das heißt, um bei diesem Bild zu bleiben: Sie schreiben einen Brief, in dem Sie Ihre Gedanken so klar, warmherzig und einfühlsam wie möglich formulieren. In dem Moment, in dem Sie Ihren Brief bei Ihrem Gegenüber in dessen Briefkasten einwerfen, endet Ihre Verantwortung.

Nun obliegt es Ihrem Gegenüber, zu entscheiden, mit welchen Gedanken und Emotionen er auf Ihren Brief reagiert. Dies liegt dann aber außerhalb Ihrer Verantwortung.

Sie wiederum tragen dann Sorge dafür, wie Sie mit der Reaktion Ihres Gegenübers umgehen. Und so weiter ….

Der Gedanke, dass wir verantwortlich für die Emotionen anderer Menschen sind, ist sehr tief in uns verankert. Verantwortungs- und Schuldgefühle werden in Kindheit und Jugend erlernt. Häufig wird Kindern die Verantwortung für die Befindlichkeiten und Emotionen ihrer Eltern zugeschoben. Ich spreche hier gerne plakativ von einer Über-Verantwortung, weil Kinder keine Verantwortung für ihre Eltern haben.

Wenn wir erkennen, dass wir nicht für die Emotionen anderer verantwortlich sind, können wir uns von einer Last befreien. Es ermöglicht uns, authentisch aus unserem Herzen zu leben und unsere Wahrheit zu teilen, ohne uns ständig Sorgen darüber machen zu müssen, wie andere darauf reagieren.

Vielleicht gibt Ihnen diese Anregung heute ein wenig Erleichterung, das würde mich sehr freuen.

Bis bald wieder, ganz herzlichst,

Ihre Anna Kötting

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