Bild für Blogtext, alte Überzeugungen zu lösen

Ich habe nicht genug Raum

In meiner Praxis höre ich oftmals den Wunsch. „Ich möchte endlich meinen Raum einnehmen.“ Und, vielleicht kennen Sie diesen Gedanken auch aus Ihrem Leben.In Kindheit und Jugend haben wir häufig aus unterschiedlichen Gründen lernen müssen, nicht viel Raum einnehmen zu können oder zu dürfen. Uns und unsere Bedürfnisse zurückzunehmen. Oder wir haben die Erfahrung gemacht, dass es für uns sicherer war, möglichst im Hintergrund zu bleiben und wenig aufzufallen.

Diese alten Erfahrungen hinterließen Überzeugungen in uns, uns selbst nicht so wichtig zu nehmen und unsere Bedürfnisse nicht auszudrücken (bzw. gar nicht erst zu spüren). Uns selbst zurückzunehmen, nicht aufzufallen und wenig Raum einzunehmen.

Die Erlebnisse aus unserer Vergangenheit sind vorbei, aber die daraus entstandenen Überzeugungen stecken immer noch in uns. Sie sorgen dafür, dass wir in unserem Leben immer wieder die Erfahrung machen, nicht genug Raum für uns zu haben.

Jetzt können wir diese alten Überzeugungen hinterfragen, uns von ihnen lösen und uns entscheiden, neue Gedanken zu wählen und damit neue Erfahrungen zu machen.

Wir dürfen lernen, unsere Bedürfnisse, Wünsche und Träume wahrzunehmen, sie uns zu erlauben und sie so wichtig zu finden, dass wir uns immer mehr für sie einsetzen. (Selbst wenn dies gegen die Erwartungen und Wünsche unserer Umgebung geht)

Hier ein paar praktische Ideen, wie Sie äußerlich schon mal mehr Raum für sich schaffen können:

Schaffen Sie bei sich zu Hause Raum für sich selbst: Falls noch nicht vorhanden, gestalten Sie bei sich zu Hause solch einen Platz nur für Sie allein. Dieser muss nicht groß sein. Hauptsache, Sie fühlen sich wohl. Vielleicht möchten Sie diesen Platz entsprechend schön mit Kerzen, Pflanzen, schönen Kissen oder Bildern gestalten.

Richten Sie in Ihrem Alltag wenigstens kurze Zeiten ein, in denen Sie ungestört sein können. Und wenn es nur 15 Minuten täglich sind. In diesen Pausen können Sie zur Ruhe kommen, aus Ihren Alltagsaktivitäten aussteigen und sich ganz bewusst Zeit für sich selbst nehmen.Durch Pausen entzerren wir unser Zeitempfinden des hektischen Alltags. Wir schaffen innere Freiräume, um uns bewusst zu werden, was in unserem Leben gerade so vor sich geht.

Geben Sie Ihren Gedanken und Gefühlen Raum: Nehmen Sie sich in Ihrem Alltag Zeit für Ihre aufkommenden Gedanken und Emotionen und fühlen diese bewusst.
Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle auf. Durch das Niederschreiben der Gedanken entsteht Klarheit und Distanz. Belastende Gedanken schwirren nicht weiter in Ihrem Kopf herum, sondern befinden sich auf dem Papier und lassen sich so viel besser bewältigen.

Geben Sie Ihrem Körper Raum: Nehmen Sie Ihren Körper immer mehr wahr. Im Kontakt mit Ihrem Körper, spüren Sie, was richtig für Sie ist und was nicht. Er signalisiert Ihnen ganz genau seine Bedürfnisse. Es klingt banal, aber wie oft trinken wir nicht genug und ruhen uns nicht aus, weil wir die Signale unseres Körpers übergehen.

Unser Körper weiß, wo unsere Grenzen liegen. Gehen wir über unsere Grenzen, fühlen wir uns erschöpft. Überfordern wir uns immerfort, meldet sich unser Körper mit unterschiedlichen Symptomen: Eine Verspannung in den Schultern oder im Rücken, eine schmerzende Körperstelle …
Bewegung, Körperübungen oder auch ganz einfache Atemübungen verankern uns in unserem Körper und erleichtern uns unseren Zugang zu ihm.

Probieren Sie mal Folgendes aus: Strecken Sie Ihre Arme aus und recken sich in alle Richtungen. Stellen Sie sich dabei vor, wie Sie dabei Raum für sich schaffen. Atmen Sie tief ein und aus. Und – wenn dies etwas für Sie ist – visualisieren Sie, wie sich Ihr Energiefeld um Sie herum immer weiter ausdehnt.

Geben Sie Ihren Wünschen, Ihren Hoffnungen und Träumen Raum. Als Kind konnte ich mich stundenlang in Tagträumen verlieren. Viele Schulstunden habe ich gedanklich an fernen Orten verbracht.

Unser Alltag (und unsere bisherigen Erfahrungen) haben unsere Tagträume und Visionen verdrängt. Wir orientieren uns an der äußerlichen „Realität“ und haben alte Wünsche und Träume aufgegeben.

Aber spüren Sie doch mal in sich hinein: Welche Träume, Wünsche und Hoffnungen haben Sie? Was möchten Sie in Ihrem Leben noch erfahren? Erlauben Sie sich nochmal zu träumen und schreiben Ihre Wünsche und Hoffnungen auf.

Herzlichst

Ihre Anna Kötting

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