Blog darüber, warum sich um andere zu sorgen, nicht hilfreich ist

Warum „sich um andere sorgen“ nicht immer hilfreich ist

Ergeht es Ihnen ähnlich? Sorgen Sie auch häufig um Ihren Partner oder Ihre Familie und sind in Gedanken (und Gesprächen) mit ihren Problemen beschäftigt? Sicher haben Sie viele unterstützende Ideen, wie Ihre Nächsten mit ihren Herausforderungen am besten umgehen. Und bestimmt geben Sie ihnen gerne und immer wieder Ratschläge, damit es ihnen besser geht und sie sich besser fühlen.

Aber erleben Sie auch, dass Ihre Energie dabei in Ihrem Gegenüber häufig wie versickert und Sie sich müde und erschöpft fühlen? Oder Sie sind enttäuscht, wenn all Ihre gutgemeinten Ratschläge doch nicht befolgt werden?

Schon oft habe ich die amerikanische Autorin Byron Katie erwähnt, die uns rät, mit unseren Gedanken in unseren eigenen Angelegenheiten zu bleiben. Denn halten wir uns länger in den Problematiken unserer Mitmenschen auf, sind wir nicht präsent in unserem eigenen Leben. Wir lenken uns von uns selbst und unseren eigenen Herausforderungen, Wünschen und Gefühlen ab.

Sind wir nicht „bei uns“, fühlen wir uns von uns selbst getrennt und damit einsam, abgewiesen, unverstanden und energielos.

Wir dürfen lernen, mit unseren Gedanken wieder zu uns zurückzukehren bzw. häufiger in unseren eigenen Belangen zu bleiben.

In unseren eigenen Belangen zu bleiben, fällt uns aber oft nicht leicht. Vor allem, wenn es um unsere engsten Mitmenschen geht und wir gelernt haben, dass „sich um jemanden sorgen“ ein Zeichen der Liebe, des Mitgefühls und der Fürsorge ist.

Hier möchte ich einen – vielleicht neuen oder zumindest nicht immer präsenten Gedanken – einführen:

Was wäre, wenn unsere Sorgen nicht immer hilfreich wären und wir mit unseren sorgenvollen Gedanken unsere Mitmenschen gar nicht unterstützen?

Ich erkläre Ihnen sofort, was ich damit meine:

Mit unseren sorgenvollen Gedanken verbinden wir uns mehr mit den Problemen unserer Nächsten, als mit ihren ihnen innewohnenden Stärken und Lösungsansätzen.

In dem Moment, in dem wir uns mit ihrer Problematik verbinden, können wir all ihre vielfältigen Ressourcen und Stärken, mit denen sie erfolgreich ihr Leben gestalten, nicht sehen. Darüber hinaus fällt mit unserem Blick auf das Schwierige und Problematische unser eigenes Energieniveau ab und wir werden müde und frustriert.

Was halten Sie davon, hier den Blickwinkel zu verändern?

Im Austausch mit unserem Umfeld könnten wir versuchen, unsere Mitmenschen weniger „sorgenvoll“ und dafür mehr in ihrer Selbstwirksamkeit zu sehen.

Wann immer wir in Kontakt mit ihnen sind (auch in Gedanken!), können wir innerlich unseren Fokus auf all ihre Stärken, hilfreichen Erfahrungen, Lösungsideen und Ressourcen richten. Dadurch aktivieren wir in ihnen ihre Selbstwirksamkeit und bleiben darüber hinaus in Kontakt mit uns selbst und unserer kraftvolleren Energie.

Herzlichst,

Ihre Anna Kötting

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